Sie können es nicht mehr leugnen: Erich Kästner war kein Linker

Bei der „Dekosntruktion“ der deutschen Geschichte und Identität müssen natürlich auch Straßennamen dran glauben. So sollen im Berliner Stadtteil Wedding Straßen umbenannt werden, die an die Vergangenheit Deutschlands als Kolinialmacht erinnern. Statt dessen soll eine Straße den Namen einer afrikanischen Königin erhalten, die schwarze Sklaven an die Portugiesen verkauft hatte. (Dass die deutschen Kolonialbehörden energisch gegen den Sklavenhandel vorgegangen sind, scheint für die Befürworter der Umbenennungen nicht relevant zu sein.)

Auch in München ist man auf den Geschmack gekommen. In einem Artikel ist zu lesen, dass es dort nun auch nicht mehr opportun ist, dass eine Straße den Namen Erich Kästners trägt. Eine erfreuliche Nachricht, denn ich predige es seit Jahren: Erich Kästner war kein Linker. Er hatte viele Freunde und Bekannte, die sich in linken Kreisen bewegten, doch er selbst konnte mit dieser Ideologie nichts anfangen. Dass die Linken das nun endlich zugeben, lässt dem vielfach missverstandenen Autor endlich Gerechtigkeit widerfahren.

Aber was werfen die politisch korrekten Hysteriker Erich Kästner eigentlich vor? Er sei während des sogenannten dritten Reichs nicht emigriert. Warum er das nicht tat, wird nicht erwähnt. – Er wollte Chronist sein. Das war er im kleinen auch. Er sah 1933 zu, wie Mitglieder des „Studentischen Ausschusses wider den undeutschen Geist“ seine Bücher ins Feuer warfen. (Der „studentische Ausschuss“ ist heute links und politisch korrekt.) Während eines Boxkampfs war er der einzige Zuschauer, der den Hitlergruß verweigerte. (So viel Mumm haben seine heutigen opportunistischen Kritiker nicht.) Er bewahrte einen Freund vor der Verhaftung durch die Gestapo. (Seine heutigen Kritiker propagieren dagegen die flächendeckende Bespitzelung Andersdenkender.)

Nein. Erich Kästner war kein Linker. Für die heutigen Zustände hätte er deutliche Worte grfunden. Insgeheim wissen das die Linken auch. Der kleine Teil von ihnen, der noch so etwas wie ein Gewissen hat, wird nach der Umbenennung der Erich-Kästner-Straße leichteren Herzens durch München gehen können, da er dann nicht mehr von einem gewissen Unbehagen heimgesucht wird.